G-BA QS-Verfahren Entlassmanagement: Praxisexpert:innen für Entwicklung von Qualitätsinidikatoren vom IQTIG gesucht

9. September 2021 in Aktuelles

Das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen IQTIG sucht aktuell externe Expert:innen bei der Entwicklung von Qualitätsindikatoren (QI) zum Entlassmanagment. Die QIs werden Teil eines zukünftigen Qualitätssicherungsverfahrens Entlassmanagement, dass durch den G-BA vorbereitet wird.

Gerne möchten wir unsere Mitglieder ermutigen, die Praxisperspektive der evangelischen Krankenhäuser einzubringen.

Expert:innen werden aus nachstehenden Professionen und Bereichen gesucht:

  • Ärztinnen und Ärzte
  • Pflegefachkräfte
  • Entlassmanagement/Case Management bzw. Pflegeüberleitung im Krankenhaus
  • Sozialdienst

Mit dem zukünftige Qualitätssicherungsverfahren wird die Qualität im Entlassmanagement in den Qualitätsberichten veröffentlicht. Insbesondere die Ausgestaltung der QIs Entlassmanagement mit Blick auf die vulnerablen Patientengruppen und Pflegebedürftigen ist von großer Bedeutung, auch im Hinblick auf die pflegerische Anschlussversorgung nach Abschluss der Krankenhausbehandlung.

Der Aufwand beläuft sich auf vier ganztägige Sitzungen mit Vor- und Nachbereitung und die Teilnahme  an einer digitalen Befragung. Für die Teilnahme wird eine Aufwandsentschädigung von pauschal 500 Euro pro Sitzung zuzüglich Reisekosten gezahlt.

Die Bewerbungsfrist endet am 1. Oktober 2021.

Weitere Informationen zum Verfahren und zur Bewerbung finden Sie über folgende Links:

https://iqtig.org/dateien/dasiqtig/bewerbung/2021/2021-08-19_IQTIG_Expertenaufruf_QS_Entlassmanagement_QI-Entwicklung.pdf

https://iqtig.org/expertenaufruf/news/entwicklung-neuer-qualitaetsindikatoren-fuer-das-entlassmanagement/

Jetzt online: DEKV-Flyer zur Bundestagswahl 2021

26. August 2021 in BTW 2021

  Menschen brauchen Zuwendung 

 Gesundheitspolitische Positionen 

22. Juli 2021

Gemeinwohl und Wettbewerb als Garant für Patient:innenversorgung

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“: Die Covid-19-Pandemie hat uns wie nie zuvor vergegenwärtigt, dass Gesundheitsversorgung systemrelevant ist. Im Krisenfall kann sie zum Taktgeber für alle anderen politischen Handlungsfelder werden, vom Sozialen bis zur Wirtschaft.
Jetzt ist die Zeit, unser Gesundheitssystem für die Zukunft aufzustellen.

Der neue Bundestag und die nächste Bundesregierung müssen Antworten finden, wie im Lichte des demografischen Wandels und weiterer gesellschaftlicher Veränderungen eine an den Bedürfnissen der Patient:innen orientierte, qualitativ hochwertige sowie effiziente Versorgung gewährleistet werden kann. Wir brauchen die passenden Strukturen für einen einfachen Zugang zu einer qualifizierten Gesundheitsversorgung unter Berücksichtigung des medizinisch-technischen Fortschritts.

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) hat vier Felder identifiziert, auf denen Veränderung notwendig ist. Vier Felder, auf denen Veränderungen möglich sind. Konkret und wirkungsvoll.

In aller Kürze – wofür wir stehen

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband e. V. (DEKV) vertritt 199 Kliniken an 273 Standorten, die jede(n) zehnte(n) stationäre(n) Patient:in in Deutschland versorgen. Wir verbinden moderne Medizin mit besonderer Patient:innenorientierung und behandeln besonders auch vulnerable Patient:innengruppen sowie pflegeintensive Patient:innen.
Für eine hochwertige, ressourcenbewusste Krankenhausversorgung der Zukunft braucht es eine regionale Bedarfserhebung und Planung. So können Krankenhauskapazitäten bedarfsgerecht für regionale Bevölkerungsgruppen vorgehalten und der Zugang zum technisch-medizinischen Stand gesichert werden.

Voraussetzungen für diese patient:innenorientierte Versorgungsqualität sind transparente Qualitätskriterien und eine moderate Qualitätspolitik, damit Qualitätssicherung nicht zur kalten Strukturreform wird. Wettbewerbselemente stimulieren dabei die Entwicklung guter Versorgungsmodelle.

Als evangelische Krankenhäuser fordern wir zudem, die unterschiedlichen medizinisch-pflegerischen und sozialen Anforderungen der einzelnen Patient:innengruppen abzubilden und unter dem Stichwort „Zuwendung“ als zu erbringende Leistung zu beziffern.

  

 Qualität

  Qualität hat Vorrang  

Qualität ist der zentrale Begriff, der die Erfordernisse, Ziele und Mittel gleichermaßen beschreibt. Er bezieht sich sowohl auf das Niveau medizinisch-technischer Leistungen wie auf das Wertegerüst: Qualität durch Patient:innenorientierung, Qualität des Arbeitsumfelds an Krankenhäusern. Qualität heißt aber auch, durch gute Planung, Prozesse und Kommunikation dafür zu sorgen, dass die begrenzten Ressourcen unseres Gesundheitssystems gezielt und effizient eingesetzt werden können.

 Zuwendungsindex als Qualitätskriterium 

Zuwendung ist elementarer Teil des Behandlungsprozesses und ein Merkmal für Ergebnisqualität. Durch Patient:innen- und Mitarbeitendenorientierung bezieht sie Patientenerleben, Lebensqualität und Arbeitsqualität mit ein.

 Ältere Notfallpatient:innen qualifiziert versorgen  

Notaufnahmen im Krankenhaus sind die Weichensteller für anschließende stationäre oder auch ambulante Weiterbehandlung. Neben akuter, personalintensiver, hochtechnisierter Hilfe braucht es den sensiblen Blick für ältere und hochbetagte Patient:innen mit ihren besonderen Bedarfen. Bereits heute gibt es mehr als Millionen Notfallpatient:innen über 70 Jahren.

 

Vernetzung

  Vernetzung fördern  

Die Sektorengrenzen sind zu undurchlässig: Es bestehen Grenzen zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzt:innen, der stationären und ambulanten Altenhilfe und Rehabilitationseinrichtungen sowie pflegenden Angehörigen. Unter dieser Aufteilung des Behandlungsprozesses leidet die ganzheitliche Therapie der Patient:innen. Die Undurchlässigkeit der Grenzen zwischen den unterschiedlichen Bereichen werden wir uns als Gesellschaft organisatorisch, monetär sowie aus der Patient:innenperspektive nicht mehr leisten können. Die Vernetzung der Akteur:innen führt unmittelbar zu einer erheblichen Erhöhung der Versorgungsqualität. Wir brauchen neue Ansätze und Anreize für flexible Übergänge.

 

 Personal

  Pflege modernisieren  

Krankenhäuser sind personalintensive Organisationen. Der strukturelle Personalmangel wird trotz intensiver Personalwerbung weiter anhalten. Die 2019 eingeführten Pflegepersonaluntergrenzen sind eine politische Notbremse, um die Arbeitsbelastung der Pflegenden zu verringern sowie die Patient:innensicherheit zu gewährleisten. Mittel- bis langfristig ist dieser Trend nur durch verbesserte Arbeitsbedingungen in der Pflege, eine spürbare Wertschätzung sowie durch attraktive Karrieremöglichkeiten umzukehren.

 

Finanzierung

  Finanzierung auf festen Füßen  

Wettbewerb und Markt sorgen für Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen. Aber Gesundheit ist keine marktgängige Handelsware, sondern ein öffentliches Gut, das mit einem Lebensrisiko verbunden ist. Das System darf deswegen nicht gewinnaneignungsorientiert, sondern muss gemeinwohlorientiert sein.
Die Diagnosis Related Groups (DRG) sind geeignet, die notwendige Transparenz herzustellen und haben zu Kostenbewusstsein geführt. Das Grundprinzip des DRG-Systems, nur die erbrachte Leistung zu vergüten, kommt allerdings an seine Grenzen, wenn ein bedarfsnotwendiges Krankenhaus nicht die ausreichende Fallzahl hat, um die durch die Qualitäts- und Strukturvorgaben geforderten Grundkosten zu finanzieren
Auch konterkariert die unzureichende Investitionsfinanzierung der Länder das Prinzip der pauschalen leistungsorientierten Kostenerstattung über DRGs. Der Bundesrechnungshof sieht aktuell eine Länderinvestitionslücke von 4 Milliarden Euro pro Jahr. Das führt dazu, dass Einsparungen aus laufenden Betriebsergebnissen für Investitionen umgewidmet werden.
Die Konsequenz: Da, wo die Investitionen aus den Betriebsmitteln nicht finanziert werden, können (auch) keine Einsparungen erzielt werden – eine investitionshemmende Abwärtsspirale entsteht. Das von den Bundesländern beanspruchte Hoheitsrecht, die Daseinsvorsorge in Form von Krankenhausleistungen in Menge, Qualität und Struktur festzulegen, läuft damit mehr und mehr ins Leere.

  Was Sie über evangelische Krankenhäuser wissen müssen  

Seit mehr als hundertsiebzig Jahren sind evangelische Krankenhäuser in Deutschland Versorgunggestalter von Flensburg bis Freiburg. Immer wieder inspiriert von der diakonischen Haltung „Der Region Bestes wollen“ – und: Das Beste für die Bürger:innen wollen.

Rund 123.000 Beschäftigte aller Professionen versorgen in 199 evangelischen Krankenhäusern an 273 Standorten bundesweit mehr als 5,5 Millionen stationäre und ambulante Patient:innen medizinisch und pflegerisch. Jede(r) 10. stationäre Patient:in hierzulande wird in einem evangelischen Krankenhaus qualifiziert ver- und umsorgt.

  Unsere diakonische Stärke: regionale Vielfalt in der Organisation und Versorgung  

Evangelische Krankenhäuser sind wesentlicher Bestandteil der vertikalen diakonischen Versorgungskette. Werteorientiert verbinden sie die gesundheitliche und die soziale Versorgung. Dies gelingt durch eine am Patient:innenwohl orientierte Ausrichtung der Strukturen und Prozesse für medizinische und pflegerische Behandlungen. Dafür nutzen die evangelischen Krankenhäuser den Gestaltungsraum der verschiedenen Sozialgesetzbücher und des Krankenhausfinanzierungsgesetzes wie beispielsweise Selektiv- und Qualitätsverträge vielfältig.

  Vielfalt der Versorgung  

Evangelische Krankenhäuser lassen sich vier Typen zuordnen: ‚Komplexträger‘ sind Teil eines Verbundes mit Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Langzeitpflege, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Beratungsstellen für Sucht, Wohnungslose oder Schuldner:innen. Unsere ‚Fachkliniken‘ sind auf bestimmte Patient:innengruppen landes- oder gar bundesweit spezialisiert – so versorgen wir etwa überdurchschnittlich viele Lungen(krebs)-Patient:innen oder bieten modernste Spezialverfahren an wie roboter-assistierte Wirbelsäulenchirurgie. ‚Urbane Spezialisten‘ leisten dies im städtischen Umfeld. ‚Regionale Schwerpunktversorger‘ sichern die vollständige Patient:innenversorgung für ein größeres Einzugsgebiet.

  Vulnerablen Patienten fest im Blick evangelischer Krankenhäuser  

Seit jeher richten evangelische Krankenhäuser ihr Augenmerk verstärkt und bewusst auf vulnerable Patient:innen. Qualifizierte Versorgung von Patient:innen mit Behinderungen, demenziell Erkrankten, geriatrischen und hochaltrigen Patient:innen sowie Patient:innen mit lebensbegrenzender Diagnose sind für die evangelischen Krankenhäuser nicht stationäres Leistungsgeschehen, sondern gelebte Solidarität in der gesundheitlichen Versorgung. Daher engagieren sich viele interprofessionelle Teams von Mediziner:innen zusammen mit Pflegenden und therapeutischen Professionen für eine ständige Verbesserung von Versorgungsmodellen für diese Patient:innengruppen. Dies geschieht unter anderem über die Mitwirkung bei der Entwicklung von Qualitätsindikatoren und Qualitätsverträgen, deutschen, europäischen und internationalen Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften, Aufbau von krankheitsbezogenen Registern sowie der Beteiligung an klinischen Studien und Versorgungsstudien.

Covid-19-Impfungen: Der DEKV informiert in Zusammenarbeit mit gesundheitsinformation.de des IQWiG

4. Juli 2021 in DEKV und IQWiG
Krankenhausplanung

Themen des DEKV

Informationen zur Covid-19-Impfung

gesundheitsinformation.de

Der Impfstoff Comirnaty (BNT162b2, Biontech / Pfizer) zur Impfung gegen Corona

Comirnaty ist ein Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2. Der Impfstoff wurde bislang in einer Studie mit etwa 43.500 Teilnehmenden erprobt. Nach den Ergebnissen kann er vor Covid-19 schützen, der Erkrankung durch dieses Virus. Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen oder Muskel- oder Gelenkschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Viele Fragen zur längerfristigen Wirkung des Impfstoffs lassen sich im Moment noch nicht beantworten.

Weitere Informationen

Der Impfstoff Spikevax (mRNA-1273, Moderna Biotech) zur Impfung gegen Corona

Spikevax ist ein Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Der Impfstoff wurde bislang in einer Studie mit etwa 30.000 Teilnehmenden erprobt. Nach den Ergebnissen kann er vor Covid-19 schützen, der Erkrankung durch dieses Virus. Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen oder Muskel- oder Gelenkschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Viele Fragen zur längerfristigen Wirkung des Impfstoffs lassen sich im Moment noch nicht beantworten.

Weitere Informationen

Der Impfstoff AstraZeneca (AZD1222, AstraZeneca) zur Impfung gegen Corona

Der Impfstoff von AstraZeneca („COVID-19 Vaccine AstraZeneca“) ist ein Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2. Der Impfstoff wurde bislang in vier Studien mit knapp 24.000 Teilnehmenden erprobt. Nach den Ergebnissen kann er vor Covid-19 schützen, der Erkrankung durch dieses Virus.
Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, und Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Viele Fragen zur längerfristigen Wirkung des Impfstoffs lassen sich im Moment noch nicht beantworten.

Seit dem 1. April 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission den Impfstoff nur noch für Personen über 60 Jahre.

Weitere Informationen

Der Impfstoff Janssen (Janssen-Cilag, Johnson und Johnson) zur Impfung gegen Corona

Der Impfstoff Janssen (Ad26.COV2.S, Janssen-Cilag/Johnson und Johnson) ist ein Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2. Der Impfstoff wurde bislang in einer Studie mit etwa 44.000 Teilnehmenden erprobt. Nach den Ergebnissen kann er vor Covid-19 schützen, der Erkrankung durch dieses Virus. Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle und Beschwerden wie Kopf- und Muskelschmerzen sowie Fieber sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Viele Fragen zur längerfristigen Wirkung des Impfstoffs lassen sich im Moment noch nicht beantworten.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Impfstoff nur für Personen ab 60 Jahren.

Weitere Informationen

Der Impfstoff Comirnaty (Biontech / Pfizer) zur Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche

Der Impfstoff Comirnaty (Biontech / Pfizer) ist seit Ende Mai 2021 auch für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zugelassen. Der Impfstoff ist wirksam gegen eine Erkrankung mit Covid-19. Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schüttelfrost oder Fieber sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Es gibt Hinweise darauf, dass die Impfung in sehr seltenen Fällen eine Herzentzündung auslösen kann.

Seit dem 16.08.2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung allen Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren. Vorher galt die Empfehlung nur für bestimmte Risikogruppen. Für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene ist der Impfstoff Comirnaty seit Dezember 2020 zugelassen. Jugendliche ab 16 Jahren, die bereits eine erste Impfung erhalten haben, sollen nach Empfehlung der STIKO wie geplant auch ihren 2. Impftermin wahrnehmen.

Weitere Informationen

Der Impfstoff Spikevax (Moderna Biotech) zur Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche

Der Impfstoff Spikevax (Moderna) ist seit Ende Juli 2021 auch für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren  zugelassen. Der Impfstoff ist wirksam gegen eine Erkrankung an Covid-19. Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schüttelfrost oder Fieber sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Es gibt Hinweise darauf, dass die Impfung in sehr seltenen Fällen eine Herzentzündung auslösen kann. Fragen zur längerfristigen Wirkung des Impfstoffs lassen sich im Moment noch nicht beantworten.

Seit dem 16.08.2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung allen Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren. Vorher galt die Empfehlung nur für bestimmte Risikogruppen.

Weitere Informationen

Impfpriorität

Anspruchsberechtigt für Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. sind:

1. Personen, die in der Bundesrepublik Deutschland in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind,

2. Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland haben,

3. Personen, die nach § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 bis 5 der Coronavirus-Impfverordnung in der bis zum 6. Juni 2021 geltenden Fassung anspruchsberechtigt waren, dies sind

a) jene, die im Rahmen ambulanter Dienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen, sowie Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege Begutachtungs- oder Prüftätigkeiten ausüben.
b) jene, die regelmäßig Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 durchführen, in einem Impfzentrum oder in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden.
c) jene, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin oder im Rahmen der Behandlung schwer immunsupprimierter Patienten.

4. in der Bundesrepublik Deutschland Beschäftigte einschließlich Seeleuten, die an Bord eines Schiffes beschäftigt sind, das in einem deutschen Seehafen liegt oder in deutschen Binnengewässern oder auf deutschen Binnenwasserstraßen verkehrt,

5. sonstige Personen, die sich zur medizinischen Behandlung in Deutschland aufhalten und nicht den Personengruppen nach den Nummern 1 bis 4 angehören.

Deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik Deutschland können im Übrigen im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe mit Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 versorgt werden. Der Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 nach § 1 Absatz 2 umfasst Folge- und Auffrischimpfungen.

Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung – CoronaImpfV) vom 30.08.2021: Link zur Impfverordnung.  (Coronavirus-Impfverordnung in bis zum 06. Juni 2021 gültiger Form: Link zur Impfverordnung und zur Ersten Änderungsverordnung)

Politik & Recht

Das deutsche Gesundheitswesen und der Krankenhausmarkt sind stark reguliert. Krankenhäuser als Leistungserbringer sind unverzichtbares Element des Gesundheitswesens. Sie nehmen eine wichtige Schlüsselfunktion bei der Sicherung qualifizierter Gesundheitsversorgung ein und sind Teil der Daseinsvorsorge. Ziel vieler gesundheitspolitischer Gesetzesvorhaben sind effiziente Versorgungsstrukturen und eine qualifizierte stationäre Patientenversorgung zu schaffen. Notwendig ist, die deutsche Krankenhauslandschaft zukunftsfest zu gestalten. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (2016) und der Einführung des Strukturfonds hat die Politik erste Schritte vollzogen.

Vulnerable Patientengruppen

Es gibt Patientengruppen, die besonders viel Zeit, Aufmerksamkeit und Ressourcen in der stationären Behandlung beanspruchen. Dazu zählen:
• Kognitiv Eingeschränkte, demenziell Erkrankte und Menschen mit Behinderungen
• Ältere Notfallpatienten
• Hochbetagte Patienten.

Ihre qualifizierte Versorgung in den Blick zu nehmen ist zentrales Anliegen evangelischer Krankenhäuser. Dabei ist besonders die vor- und nachstationäre Versorgung entscheidend. In der umfassenden Versorgung vulnerabler Patienten kommt das evangelisch-christliche Profil eines Krankenhauses zum Ausdruck. Das anwaltschaftliche Eintreten für eine qualifizierte Versorgung für diese Patientengruppen ist daher besonders bedeutsam.

Pflege

Pflegerische Versorgung und Leistungen im Krankenhaus sind essenziell und zentral für die Patientenbehandlung. Die Berufsgruppe der Pflegenden hat im Vergleich mit allen anderen Berufsgruppen den zeitlich höchsten Patientenkontakt. Sie steuern und managen komplexe Pflegeprozesse zunehmend für ältere multimorbide Patientinnen und Patienten.

Qualität

Qualität der Behandlung im Krankenhaus nimmt seit jeher eine wichtige Rolle ein. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (2016) ist dies nochmals von der Politik bekräftigt worden. So sollen beispielsweise Maßnahmen wie die Einführung von Mindestmengen für bestimmte Behandlungen oder Personalmindestzahlen für pflegesensitive Bereiche die Qualität messbar machen.

Ethik & Seelsorge

Konstituierend für evangelische Krankenhäuser ist die ethische Reflexion des medizinischen, pflegerischen, therapeutischen wie auch unternehmerischen Handelns. Der Krankenhausalltag bringt immer auch ethische Dilemmata mit sich. Das diakonische Dreieck von Wirtschaftlichkeit, Professionalität und Ethik muss dann immer wieder neu ausbalanciert werden. Unabdingbar sind Dialoge über klinische, pflegerische und unternehmerische Ethik im Krankenhaus aktiv zu fördern. Ziel ist es, ethisch verantwortete Entscheidungen für Handelnde und Betroffenen zu erreichen.

Dabei sind das Wohl und die Gesundheit der Menschen höchstes Ziel des medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Handelns. Seelsorgerliche Betreuung im Krankenhaus ermöglicht es den Erkrankten durch die Zuwendung von Menschen die Annahme durch Gott zu erfahren. Die spirituelle und religiöse Dimension des Menschseins in den Krankenhausalltageinzubringen, ist Aufgabe der Krankenhausseelsorger. Die Würde des Menschen in der Ausnahmesituation Krankheit gilt es zu bewahren.

Krankenhausfinanzierung und -planung

Krankenhäuser finanzieren sich dual: Die Länder sind für die Investitionsfinanzierung zuständig und die Krankenkassen erstatten die laufenden Betriebskosten und Sachkosten im Rahmen der Krankenhausvergütung über das G-DRG System. Staatliche Förderung für Investitionen nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) haben Krankenhäuser, die im Krankenhausplan des jeweiligen Landes aufgenommen sind. Förderfähig sind Neubauten von Krankenhäusern, wenn sie in ein Investitionsprogramm des Landes aufgenommen sind.
Gesundheitspolitische Vorhaben, die Erstattungstatbestände für die Krankenhausleistungen berühren, führen meist zur Änderung der Finanzierungs- und Erlössituation der Krankenhäuser und ihrer Geschäftsmodelle. Über das DRG-System (Diagnosis Related Groups) nach § 17b Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) werden voll- und teilstationären Leistungen der somatischen Krankenhäuser vergütet. Da das DRG-System nicht bruchlos ist, sind von der Politik Zuschläge (bspw. für Sicherstellung, Notfallstufen, Zentren) als zusätzliche Möglichkeiten für eine Finanzierung eingeführt worden, zuletzt mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) und dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG). So sollen beispielsweise ab dem Jahr 2020 bedarfsnotwendige Krankenhäuser im ländlichen Raum einen pauschalen Sicherstellungszuschlag i.H.v. 400.000 Euro pro Krankenhaus erhalten. Die Kriterien für eine Bedarfsnotwendigkeit legen die DKG und der GKV-SV gemeinsam fest.