Die Christlichen Krankenhäuser in Deutschland (CKiD) widmen sich in der neuen Ausgabe ihres Polit-Journals dem intensiv diskutierten Thema Personalausstattung. Mit Fallbeispielen und Gastbeiträgen zeigen Praktiker aus evangelischen und katholischen Krankenhäusern Wege auf, wie Personal zum Erfolgsfaktor für eine hohe Qualität in der Krankenhausbehandlung werden kann.

Hierfür sind nach Einschätzung von Experten neben einer guten Ausbildung auch eine auskömmliche Finanzierung der Personalkosten sowie Gestaltungsfreiheiten der Krankenhausträger unverzichtbar. Rein durch gesetzlich vorgegebene Personalschlüssel könne der Fachkräftemangel in den Einrichtungen nicht wirksam und langfristig behoben werden.

Pflegefachkräfte in Krankenhäusern sind heute durchschnittlich für mehr Patienten zuständig als noch vor zehn Jahren. Die Versorgung zunehmender Patientenzahlen kann trotz der höheren Effizienz im Pflegealltag jedoch nicht aufgefangen werden. Die konfessionellen Krankenhausverbände fordern die Politik auf, gemeinsam in einer konzertierten Aktion gegen den Fachkräftemangel in Medizin und Pflege vorzugehen. Mit Blick auf eine gute Personalausstattung sehen die Christlichen Krankenhäuser die Politik besonders in der Pflicht, eine auskömmliche Finanzierung der tarifbedingten Personalkostensteigerungen zu gewährleisten.

Für mehr Flexibilität im Gesundheitswesen und eine sektorenübergreifende Versorgung wirbt Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer der Malteser Deutschland. Hiervon könnten insbesondere ältere Menschen und Patienten mit kognitiven Einschränkungen profitieren. Im Best Practice-Beispiel zeigt das Evangelische Krankenhauses Bethesda Duisburg, wie digitale Kompetenz eine strategische Personalplanung optimal unterstützen und damit die pflegerische Versorgungsqualität erhöhen kann. Maßnahmen zur Stärkung Arbeitgeberattraktivität stellt das katholische St. Franziskus-Hospital Münster vor.

Josef Rosenbauer, Geschäftsführer der Diakonie in Südwestfalen und Vorstandsmitglied des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes, und Thomas Wagner, Geschäftsführender Vorstand des Trägervereins der Marien-Gruppe, ermutigen die Krankenhäuser zu unternehmerischer Kreativität, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Insbesondere kleine Kliniken stünden vor Herausforderungen und müssten viel Eigeninitiative zeigen. Im Sinne einer flächendeckend hochwertigen Patienten-versorgung sollten diese Bemühungen durch politische Regelungen nicht behindert, sondern unterstützt werden, fordern die beiden Geschäftsführer.

04. August 2017